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Reisevorbereitungen.

„Ich werde hier sterben.“

„Ich weiß.“

„Sag. Wie schlimm ist es?“

„Was willst du hören?“

„Wie schlimm es ist.“

„Nein, was willst du hören? Du stirbst bald. Die Wahrheit wird daran nichts ändern. Ich werde dich nicht anlügen, aber was wird dir Frieden bringen?“

„Ich bin Söldner. Ich lebe - und sterbe gleich - unter dem Stern von Sirmakarim. Du bist auch Söldner, Freund. Wir kennen keinen Frieden. Wir sind eine Waffe, die so lange verwendet wird, bis sie bricht. Wir sind Söldner. Wir haben keinen Frieden verdient.“

„Die Rubinkrieger haben die Schlacht verloren und haben uns hier im Dreck liegen lassen. Du bist schwer verwundet und kannst nicht mehr laufen. Spätestens, wenn die Wunden sich entzünden, wirst du sterben.“

„Ich weiß.“

„Dann sag. Was willst du hören?“

„Wer hat überlebt? Wer kann meiner Frau sagen, dass die beiden ohne Vater aufwachsen werden?”

„Hm.”

 „Wird unser Trupp fortbestehen, Freund?“

„Bisher habe ich nur Tote und Sterbende gesehen. Du bist die lebendigste Person, der ich bisher begegnet bin. Den Boss hat es direkt nach dir erwischt, mittig durch die Stirn. Wenn ich den Antritt deiner letzten Reise begleitet habe, werde ich gehen. Ich kann ihr Bescheid geben.“

„Was ist mit Ben?“

„Ben hat dich bis zu seinem letzten Atemzug verteidigt.“

„…“

„…“

„Warte. Bens Tod ist die schlimmste Nachricht, Freund.“

„Ich dachte, du wärst nun gestorben.“

„Ein treuer Begleiter verdient ein paar Minuten des Trauerns. Ich bereue, ihm gestern Abend die Knochen nicht mehr gegeben zu haben.“

„Das lässt sich nicht mehr ändern. Geliebt hat er dich trotzdem.“

„Sag, Freund. Wie sehr kann ich mich auf dein Wort verlassen? Ich habe meiner Frau versprochen, nicht mit dem nächstbesten Tavernenweib zu verschwinden. Sie hat die Wahrheit verdient, dass das wirklich nicht der Grund meines Fernbleibens ist.“

„Ich bin Söldner. Ich lebe - und sterbe - unter dem Stern von Sirmakarim. Die Rubinkrieger haben uns noch nicht bezahlt. Und ich weiß nicht, ob sie das jetzt noch nachholen werden. Du weißt, wie ich Geld verdienen werde, wenn ich muss. Meine Reise ist ungewiss.“

„Ich verstehe.“

„Ich werde für diese Reise deine Rationen benötigen, um zu überleben.“

„Nimm dir, was du brauchst, sobald ich tot bin. Im Tod haben wir keine Würde mehr, aber bis dahin hätte ich gerne die Illusion, dass ich in meiner vollen Ausrüstung heldenhaft gestorben und einfach nur von Geröll begraben wurde.“

„Also willst du nicht die Wahrheit, sondern Frieden.“

„Weißt du, was ich an dir schon immer zu unerträglich fand? Dass du so oft recht hast.“

„Ich weiß. Manchmal wünschte ich, das wäre nicht der Fall. Ich habe dem Boss davon abgeraten, sich auf einen Häuserkampf einzulassen.“

„Und der Boss hat dich ausgelacht und deine Sorgen beiseite gewischt."

„Und der Boss wurde nun von diesen seltsamen Priestern gegriffen und zerfleddert.“

„Diese Maschinen haben mir Angst gemacht, Freund. Schon immer.“

„Das sind keine Maschinen. Das sind Thum, die denken, sie könnten menschliche Maschinen werden. Jetzt tragen sie unseren gehäuteten Boss auf einem Kreuz durch die Straßen und ‘segnen’ diesen Ort.“

„Zum Glück werden sie das mit mir nicht machen.“

„Ja. Da hast du recht.“

„Du glaubst dir selber nicht, Freund. Du willst mir nur Frieden geben.“

„Du willst nicht die Wahrheit, du willst Frieden. Und das ist in Ordnung.“

„Dann versprich mir, dass du meiner Frau Bescheid geben wirst. Auch wenn du es nicht versprechen kannst.“

„Ich werde nichts versprechen, was ich nicht versprechen kann.“

„Warum?“

„Weil ich sonst keinen Frieden finden kann.“

„Ich verstehe. Der Schmerz lässt nach.”

„Ich wünsche dir eine gute Reise.”

„Danke, dass du bis zum Schluss bei mir warst, Freund.”

„Das ist meine Pflicht als Kamerad.”. 

 

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